Wir sind Viele in einem Körper - Alltag einer Multiplen Persönlichkeit
Wir sind Viele in einem Körper - Alltag einer Multiplen Persönlichkeit
Samstag, 13. Januar 2018
zu viel Vergangenheit in der Gegenwart
Wir leben im besten Fall in der Gegenwart, während verschiedenes aus der Vergangenheit parallel im Kopf abläuft. Solange wir das klar haben, ist das zwar nicht schön, aber ungefährlich. Wenn die Vergangenheit aber unser Denken und Handeln beeinflusst oder fast schon “fernsteuert”, wird es kompliziert. Wir beurteilen dann alles was um uns passiert nach alten Überzeugungen. Was Kleo tut, unser Therapeut sagt usw. wird im Kontext der “Gehirnwäsche” von damals gefühlt und verstanden, was den Menschen um uns gegenüber nicht fair ist, denn sie geben seit Jahren alles, um uns positive Erfahrungen möglich zu machen. Und wir stehen uns damit selbst im Weg, gefährden wichtige Bindungen, weil wir auf “alten Scheiß reinfallen”, und das teils ohne es zu durchschauen.
Mit unserem Therapeuten über etwas persönliches, emotionales zu reden ist schwer, wenn wir von dem Mist der uns von klein auf vermittelt wurde, gerade wieder überzeugt sind. Das waren Dinge wie:
Wir können und dürfen niemandem trauen, letztendlich wollen und werden uns alle Menschen schaden, ausnutzen und hintergehen.
Es wird uns niemand wirklich glauben, sondern jede/r wird alles was wir sagen zum eigenen Vorteil nutzen.
Wir sollten niemanden gern haben, weil er/sie dann sterben muss.
Sollte jemand auf die Idee kommen, uns anders zu behandeln als vorgesehen, muss er/sie sterben.
Allein, so etwas von klein auf zu hören hat Auswirkungen auf das ganze Leben. Mit eigenen Augen zu sehen, dass jemand der Mitgefühl mit uns und anderen Kindern gezeigt hat, einfach so erschossen wird, als wäre das die logischste und selbstverständlichste Reaktion auf sein Mitgefühl, verstärkt das alles noch. Das zu vergessen geht nicht. Gelingt mir auch mit dem heutigen Wissen über diese Art Tätergruppen nicht. Ich, wir alle, hatten wegen diesen Erlebnissen so eine scheiß Angst um Außenmenschen, dass selbst ich es, mit 18 Jahren, nicht hinbekommen habe mit Therapeuten auch nur ein Wort zu sprechen oder Kleo zu erklären, was es mir und den anderen so schwer macht zu reden. (Ich war 18 zu der Zeit, also es war mein “Innenalter”, laut Ausweis waren wir älter als 25 Jahre.) Es war ein Kind von uns, jünger als 10 Jahre, das es letztendlich aus Verzweiflung geschafft hat Kleo zu erzählen, was wir früher gesehen haben. Heute bin ich immer wieder wütend darüber, dass ich als Erwachsener es nicht hinbekommen habe, den Kleinen diesen Druck zu nehmen, bevor sie nicht mehr anders konnten als aus Verzweiflung und Angst zu “platzen”.
Mehrere Therapeuten haben uns danach erklärt, dass das was da passiert ist, eine typische Methode solcher Gruppierungen ist, und man davon ausgehen kann, dass da niemand tatsächlich getötet wurde, auch wenn es wirklich danach aussah. Klar klingt das logisch, was uns dazu erklärt wurde. Letztendlich bleiben für uns Zweifel, ob dieser Mann nicht doch wirklich erschossen wurde. Ich hab ihn danach jedenfalls nicht wieder gesehen. Das beweist aber weder das Eine noch das Andere. Es kann gut sein, dass er sich danach wie einige andere Täter nur noch mit irgendeiner Maske gezeigt hat und ich ihn deshalb einfach nicht erkannt habe. Und es kann sein, dass er dann woanders aktiv war, und ich ihn deshalb nicht mehr gesehen habe. Die Wahrheit bleibt das Geheimnis dieser Gruppierung und wir können nicht zu 100% ausschließen, dass es nicht nur eine Inszenierung war, was wir gesehen haben. Ungewissheit ist nie gut und immer schwierig, und sie wird bleiben, das kann ich nicht ändern.
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Ein bißchen kann man die Vergangenheit schon “überlisten”, die Erinnerungen kommen trotzdem.
Als Kind wurde uns z.B. von allen Seiten gesagt: “Du bist ein Mädchen, und Mädchen haben lange Haare!” wenn jemand von uns kurze Haare haben wollte oder sich einfach selbst die Haare abschneiden wollte. Schlimmer Fehler! Die Strafe folgte sofort.
Einmal hab ich eine Mütze aufgesetzt, war irgendwie ein Bedürfnis und ich hatte keine Ahnung, dass das ein Fehler ist. Als die Erziehungsberechtigten mich mit Mütze sahen, ging das Gemecker los: “Leg die Mütze sofort dahin wo du sie gefunden hast! Solche Mützen sind was für Jungs!” Als ich reflexartig sagte: “Na ich bin doch ein Junge?!” fingen beide laut an zu lachen. In dem Moment verstand ich die Welt nicht mehr. Dass die Mutter darüber lacht, war nachvollziehbar für mich, aber dass der Vater auch lacht, hat mich total verwirrt. Ich dachte nur: “Wie kann der darüber lachen, er spricht mich doch mit meinem Namen an, und der ist ein Jungenname, also was findet er jetzt lustig daran?”. Ich kam allerdings nicht dazu, das zu fragen. Er war schneller mit: “Geh in dein Zimmer, bevor du noch mehr Unsinn erzählst!” und ich ging sofort, weil ich wusste wie er reagiert, wenn ich nicht sofort mache was er verlangt.
Die Sache hatte noch Folgen. Der Vater fand gar nicht gut, dass ich unser Zimmer überhaupt verlassen habe, das durften nur bestimmte Personen von uns und die waren alle Mädchen. Und dass ich auch noch gesagt habe, dass ich ein Junge bin, war der nächste schlimme Fehler.

Dass wir jetzt selbst entscheiden können, wie lang - oder eher kurz - unsere Haare sein sollen, tut vielen von uns gut. Wir fühlen uns am besten, wenn die Haare sehr kurz sind. So kurz, dass es unmöglich ist, daran zu ziehen. Unser Kater hat längeres Fell als wir Haare! XD
Und wir haben ne ziemlich große Sammlung Mützen…
Beides hilft, mehr in der Gegenwart zu leben als in der Vergangenheit.

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Freitag, 5. Januar 2018
Eine Nacht die keiner braucht!
Was auch immer letzte Nacht los war, was diese fiese Panik ausgelöst hat, es soll weg bleiben. Wir sind total müde und erschöpft, es reicht wirklich.
Eigentlich sind wir total happy darüber, wirklich fast jede Nacht ein paar Stunden schlafen zu können. Das ist für uns was neues und wir haben uns lange echt geärgert, dass das Milnacipran in Deutschland nicht schon ein paar Jahre früher zugelassen wurde, weil schnell klar war, dass uns dieses AD einiges erspart hätte, wäre es eher verfügbar gewesen. Es ist nun wie es ist und uns geht es besser seit wir es nehmen. Allerdings vergeht uns die Freude darüber, jede Nacht einzuschlafen, wenn wir morgens schon mit Angst vorm Abend wach werden.
So eine Panik wie letzte Nacht hatten wir lange nicht mehr, irgendwie sind wir davon ausgegangen, dass das so nicht mehr passieren wird. Aber falsch gedacht. Was für ein Traum oder Flashback zu dieser extremen Angst geführt hat, weiß hier niemand mehr, ans Aufwachen können wir uns aber sehr gut erinnern. Im Zimmer waren nicht mehr als 5° C, das Fenster offen und wir nicht zugedeckt, aber durchgeschwitzt wie im Sommer bei 35° C, echt ekelig, wir hassen schon allein das Schwitzen total. Dazu das Gefühl, nicht ausreichend atmen zu können, und vor Angst so starr zu sein, dass es gedauert hat, bis wir uns hinsetzen konnten und das auch geschafft haben. Wir haben ein Pulsoxymeter für den Finger. Damit können wir uns leicht selbst beweisen, dass wir ausreichend Sauerstoff im Blut haben, also ganz sicher genug Luft bekommen, obwohl es sich nicht so anfühlt. Scheiße nur, dass das Teil letzte Nacht zwischen 88% - 90% schwankte, das war so gar nicht beruhigend. Das ist an sich so erstmal nicht wirklich gefährlich und uns war ja klar, dass wir “nur” Panik, aber keinen Asthmaanfall haben, und sich das wieder auf 99% erhöht, wenn wir uns beruhigen. Die Theorie dann in die Praxis umzusetzen war allerdings diesmal nicht so ganz einfach. Erstens, weil wir echt erschrocken sind, als das Pulsoxy nicht wie sonst einen Wert zwischen 95% - 99% anzeigte, und zweitens, weil wir als Kind/Jugendliche bei Asthmaanfällen oft das Gefühl hatten, dass aus einer Sättigung von 89% in Sekunden eine Sättigung von 75% wird, wenn die Medis nicht schnell genug wirken oder wir es nicht geschafft haben, ausreichend Wirkstoff einzuatmen. Tatsächlich dauert es sicher länger als ein paar Sekunden bis der Wert so abfällt, aber die Angst zu ersticken hat unser Zeitgefühl immer sofort erstickt, wenn die Medis nicht gleich Erleichterung brachten. Keine Ahnung wie viele Sanis wir damit kirre gemacht haben damals, aber keine Luft zu bekommen macht uns einfach wahnsinnig, da sind wir extrem empfindlich. Letzte Nacht haben wir dann durch das Pulsoxy rausgefunden, wie wir atmen müssen, um die Sättigung in den normalen Bereich zurück zu bekommen. Dass das funktioniert hat, hat dann auch die Angst runtergefahren. So ein Pulsoxy ist in dem Fall ein einfaches und effektives Hilfsmittel, weil es schnell anzeigt, wenn die Atmung wieder in den ungünstigen Bereich kippt. Dazu ist die Erfahrung, sich so einfach selbst helfen zu können, für uns wertvoll und wichtig.
Heute dann 7 Uhr die Medis zu nehmen war eine riesen Herausforderung, wir waren sooo müde und schwach, dass das echt Kraft und Überwindung gekostet hat. Irgendwann nach 7:30 Uhr haben wir es dann geschafft, aber die 8 Tabletten kamen uns vor wie 20 weil es einfach total anstrengend war sie zu schlucken und dazu etwas zu trinken. Wir haben vormittags dann noch zu Kleo gesagt, dass wir jetzt nicht mehr sagen könnten, was wir alles genommen haben und wie viele Tabletten es waren, aber die sind ja alle in Anaboxen einsortiert und damit können wir erstmal nichts falsches genommen haben, vorausgesetzt die Boxen sind vorher richtig befüllt wurden, aber davon können wir ausgehen. Als dann die nächsten Medis dran waren, war bei “morgens” doch noch eine Tablette drin, aber keine “lebenswichtige”, von daher nicht so schlimm. Zeigt aber, dass wir wirklich verpeilt waren, als wir die Medis morgens genommen haben.
Aus 8 Uhr aufstehen wurde dann auch nichts, kurz nach 9 Uhr haben wir uns dann aber doch dazu zwingen können aufzustehen, der Zug hätte ja sicher nicht auf uns gewartet und den Therapietermin wollten wir auf keinen Fall verpassen.

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Freitag, 24. November 2017
...alles nicht so einfach...
Dass Diätprodukte Verarsche sind, fällt erst auf, wenn man sich die Zutaten und Zusammensetzung durchliest, aber das:



Und die anderen 50 Prozent in diesem Salz sind was?


Die Überschrift zu folgendem Bild: "Nazi sein ist gar nicht so leicht!"



Man kanns ja auch einfach sein lassen!

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Montag, 13. November 2017
Frauenquote / Gleichberechtigung / Ehe (für alle) / IoT / Datenschutz / Begegnungen
Neulich bekamen wir mal wieder eine Diskussion zum Thema “Frauenquote” in verschiedenen Berufen mit, und wie immer ging uns das Gelaber irgendwann auf den Keks, wie einige andere “feministische” Themen auch. Wir konnten selbst nicht die Ausbildung anfangen, die wir am liebsten gemacht hätten, weil die Ausbilder kein Lehrjahr aus 9 männlichen Jugendlichen + 1 weiblichen Jugendlichen haben wollten, und unseren Platz deshalb einem weiteren männlichen Jugendlichen gaben, der im Eignungstest deutlich schlechter abgeschnitten hatte als wir. Dass das nicht richtig war, ist klar, denn es lag in dem Fall nur am Geschlecht und nicht an der Leistung. Was wir in den Diskussionen zur Frauenquote nie nachvollziehen können, ist, dass viele Frauen zu glauben scheinen, dass das Erzwingen einer bestimmten Anzahl an Frauen in irgendeinem Beruf wirklich die Lösung, und außerdem in jedem Fall positiv für Frau XY oder Arbeitgeber XY wäre. Wir würden keinen Job machen wollen, den wir bekommen mussten, weil wir weiblich sind, obwohl ein männlicher Kollege viel besser geeignet wäre. Das wäre doch totaler Schwachsinn! Für den Arbeitgeber, für uns, und wahrscheinlich würde das Arbeitsklima auch darunter leiden.
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Eine Bekannte von uns hat nichts gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, solange keine Kinder im Spiel sind, die brauchen nämlich unbedingt einen anwesenden Vater. Soweit ist das okay für uns, auch wenn wir anderer Meinung sind. Lächerlich - oder auch traurig - und einfach nur dumm wurde es, als sie sagte, dass sie gegen männliche Erzieher in Kitas ist, denn Männer missbrauchen Kinder. Dümmer gehts wirklich kaum!
1. Auch Frauen sind Täter, und das häufiger als die meisten Menschen denken.
2. Auch Väter missbrauchen ihre Kinder, Männer nicht in Kitas arbeiten zu lassen, wird Kindesmissbrauch sicher nicht verhindern.
Diese Bekannte von uns ist überzeugt von dem Mist den sie erzählt, Diskussion zwecklos.
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Hier in der Stadt sollen an bestimmten Stellen Überwachungskameras installiert werden, weil die Kriminalität dort deutlich zugenommen hat und viele sich nicht mehr sicher fühlen. Es gab immer wieder Proteste gegen dieses Vorhaben, hauptsächlich wegen Datenschutzbedenken. Das ist zwar schon ein Punkt, der bedacht und geregelt werden muss, aber was hier an Übergriffen, Körperverletzungen und anderen Dingen passiert, kann nicht einfach ignoriert werden von der Stadt. Was wir merkwürdig finden, ist, dass viele gegen Kameras sind, die zur allgemeinen Sicherheit und Aufklärung von Straftaten beitragen sollen und sicher auch können, unter denen sehr wahrscheinlich einige Leute sind, die jeden Pups auf Facebook posten, Fotos von sich bei Instagram o.ä. hochladen, die mehr über sie verraten als eine Überwachungskamera in einer Fußgängerzone es könnte. Das passt für uns nicht zusammen. Auch das IoT, SmartHome-Gedöns, immer mehr Menschen nutzen solche Dinge, ohne sich in diesem Zusammenhang überhaupt Gedanken über den Schutz ihrer Privatsphäre und Daten zu machen. Aber Kameras in ner Fußgängerzone sind ein riiiieeesen Problem? Schon schräg, irgendwie.
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Als wir vor einigen Tagen einkaufen waren, trafen wir auf einen kleinen Jungen. Er war ein paar Meter vor uns als er uns bemerkte und er wär uns wahrscheinlich nicht aufgefallen, aber als er uns sah, war sein: “Papa! Auto, Auto! Da ist ein Auto Papa!” im ganzen Discounter zu hören. Papa war allerdings sehr mit dem Tee und Kaffee Angebot beschäftigt und ließ sich von seinen Sohn nicht davon ablenken. Der Kleine redete trotzdem weiter, stellte Fragen wie: “Papa warum darf das Auto hier rein und unseres nicht?”, “Darf ich mitfahren mit dem Mann?” - wir waren also wieder mal ein Mann, passiert häufiger bei Kindern. Papa drehte sich dann doch mal um, um zu erfahren was sein Sohn so spannend findet, sagte dann zu ihm: “Das ist kein Auto, sondern ein Rollstuhl.” und drehte sich wieder zum Kaffeeregal. Der Kleine fragte weiter: “Kann der Mann nicht laufen?”, “Fährt der auch in der Wohnung damit?”. Nach einer kurzen Pause sagte er: “Ich will auch überall fahren dürfen, das ist viel schöner als immer laufen!”. Das überforderte Papa offenbar, er griff nach dem Arm seines Sohnes und zog ihn um die Ecke, so dass er uns nicht mehr sehen konnte.
Am Samstag standen wir an der Kasse hinter einer Familie mit einem noch ziemlich kleinen Mädchen. Das war mit einer Puppe beschäftigt, bis die Mutter diese aufs Kassenband legte. Die Kleine wurde unruhig, drehte sich zu uns um und war so erschrocken über den für sie wahrscheinlich riesig wirkenden E-Rolli, dass sie anfing zu schreien und nach ihrer Mutter griff. Wir haben uns dann an einer anderen Kasse angestellt. Diese Reaktion eines Kindes war für uns neu, die meisten Kinder in diesem Alter vergessen oft zu weinen sobald sie uns sehen und starren uns mit offenem Mund und riesigen Augen an, bis wir aus ihrem Blickfeld verschwunden sind. Dann fällt den Kindern wieder ein, dass sie ja gerade noch getröstet werden wollten, und weinen weiter als wär nichts gewesen. Das ist eine Reaktion mit der wir rechnen, das Mädchen an der Kasse hat uns aber ziemlich überrascht.

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Montag, 23. Oktober 2017
da will uns etwas stressen
Und das schafft es auch, aber dem nachgeben haben wir trotzdem nicht vor. Wir hatten das alles lange im Griff, also wird es auch wieder unter Kontrolle zu bekommen sein, wir müssen nur durchhalten.

1. Neulich fuhr nachts ein Auto vorbei, das garantiert gegen jede gesetzliche Vorgabe zur erlaubten Lautstärke von Autos verstoßen hat. Das ist an sich nichts Neues, wir wohnen an einer Hauptstraße, die besonders nachts immer wieder gerne als Rennstrecke genutzt wird. Laute Autos sind hier normal und darum eigentlich kein Problem mehr. Eigentlich. Wir verstehen noch nicht warum, aber letztens hat so ein Auto bei uns richtig Panik ausgelöst, solche Panik hatten wir schon länger nicht mehr. Das Geräusch des Autos hat eine Assoziation zu einem anderen Geräusch ausgelöst, und das hat dann zu Panik geführt, ohne das wir wissen, was da genau los ist in unserem Kopf. Es ist als wurde ein Container an Erinnerungsfetzen über uns ausgekippt, die so schnell an uns vorbei fallen, dass wir sie nicht greifen können und nur ein Hauch davon es ins Bewusstsein schafft, was durch die Menge an Eindrücken trotzdem zu viel war/ist. Wenn wir diese Situation als erledigt “ablegen” könnten, wäre da zwar diese unschöne Panik gewesen, aber es hätte keine weiteren Auswirkungen auf uns. Das klappt nur irgendwie nicht. Seit der Nacht reagieren wir auf verschiedene Geräusche, nehmen sie anders wahr als sie tatsächlich sein können/müssten, was dann wieder diese Eindrücke aktiviert, die uns Angst machen. Dadurch haben viele von uns nun Angst, dass auch Geräusche/Töne in der Musiktherapie Panik auslösen, was zu dem Impuls führt, nicht hinzugehen. Dem nachzugeben wäre dumm, denn das macht es auf Dauer nicht leichter und nimmt uns etwas, was uns eigentlich gut tut. Also trotzdem hingehen, egal was der Körper für Symptome auffährt um zu verhindern, dass wir hingehen.

2. Da ist mal wieder das Problem mit dem Danke sagen. Es hat ewig gedauert, bis wir das konnten, ohne dass uns danach Ängste, Schuldgefühle und anderer Mist total kirre gemacht haben. Jetzt geht das wieder los und wir verstehen nicht, auf welcher Grundlage unser Kopf das nun wieder ausgräbt. Es gibt Menschen, für die ist es einfach nur ein Wort und sie benutzen es wie Andere die Frage “Wie gehts?” und die Antwort “Gut!”, einfach weil es Standard ist, so zu antworten. Wir finden das zwar immer total schräg, weil für uns da viel Emotion dran hängt, aber gerade wäre es schön, wenn das nicht so wäre und wir das Wort verwenden könnten, als hätte es keine Bedeutung. Ist nur nicht so und klappt nicht.

Mist dieser Art nervt einfach total und darum muss er weg. Irgendwie werden wir das auch schaffen, die Herausforderung ist: genug Geduld zu haben.

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Dienstag, 17. Oktober 2017
Evolution und Gentechnik
Nicht nur reden ist gerade schwer, weil Worte fehlen, ohne Worte ist schreiben auch nicht wirklich drin. Über mich/uns schreiben, mit Helfern, ist gerade eine unlösbare Aufgabe, dabei finde ich schon, dass es in Ansätzen bergauf geht, aber diese blöde Blockade ist noch ziemlich stark.
Wenn ich nicht über mich/uns schreiben kann, schreibe ich über andere Dinge, meine Gedanken dazu. Ist vielleicht eine “Brücke”.

Vorhin lief ne Doku über Evolution, Gen- und Medizintechnik. Irgendwie genial, und gleichzeitig erschreckend diese Themen. Manches geht meiner Meinung nach in die falsche Richtung.
Es gibt einige Forschungsprojekte die sich damit beschäftigen, die Intelligenz eines Menschen durch Eingriffe ins Erbgut zu steigern, was dafür an Geld draufgeht ist wahnsinn. Ich persönlich frage mich, ob diese Forschung Sinn hat, die Menschheit weiterbringt, eine “bessere Welt” schaffen kann. Intelligenz ist nicht der Schlüssel oder die Garantie für eine positive Entwicklung der Menschheit, aber genau das scheinen einige zu glauben oder zu hoffen. Natürlich gibt es hochintelligente Menschen die ihre Fähigkeiten “richtig” nutzen und das ist auch wichtig. Es gibt aber auch das Gegenteil, nämlich Menschen die ihre Intelligenz, ihre Überlegenheit, nutzen, um anderen Menschen zu schaden. Gesteigerte Intelligenz allein schließt nicht aus, dass Menschen kriminell werden. Die Welt hat ein großes Problem mit Gewalt. Das anzugehen ist viel wichtiger, als eine Welt voller “Superhirne” zu schaffen, die am Ende vielleicht noch gegeneinander kämpfen. Nur ein Gedanke zu dieser Forschung.

Ein anderes Gebiet ist die Vererbung von Gendefekten. Wir sind selbst betroffen von einem Gendefekt, und würden wir Kinder haben wollen, würden wir sicher auch darüber nachdenken, ob wir die Möglichkeiten der Medizintechnik nutzen sollten um auszuschließen, dass unser Kind unseren Gendefekt erbt. Ich persönlich denke, dass es Gendefekte gibt, die so viel Leid mit sich bringen, dass es okay ist dafür zu sorgen, dass diese nicht vererbt werden. Unseren Gendefekt zähle ich allerdings nicht dazu, denn er verursacht keine lebensgefährlichen Symptome. Als Kind hatten wir viele Schwierigkeiten durch diesen Gendefekt und wir haben uns nicht nur einmal gewünscht, wie alle anderen zu sein. Das lag aber zum größten Teil am Umgang unseres Umfeldes mit uns, das ein riesen Drama daraus gemacht hat, dass wir “anders” sind. Immer dieses Gejammer unserer Eltern, “so ein Kind” zu haben, um von allen Seiten Mitleid zu kassieren, auf unsere Kosten, das macht es einem Kind nicht leicht, sich selbst zu akzeptieren wie es ist. Unser Gendefekt ist kein Drama oder “schlimm”, wenn man weiß, was im Körper anders läuft, kann man gut damit leben und für uns hat sich das “die Welt geht unter weil wir so sind”-Gefühl in Luft aufgelöst, weil keiner mehr da ist, der uns solchen Unsinn vermittelt.

Alles was in Richtung “Designer-Baby” geht, geht zu weit, sowas geht gar nicht. Wenn ich darüber nachdenke, was damit angerichtet werden kann, wenn die Technik und das Wissen dazu von “den Falschen” genutzt wird, wird mir echt ganz anders…

Die Hoffnung, dass diese Entwicklung nicht irgendwie, irgendwann in die falsche Richtung geht, zu viele Grenzen überschritten werden, ist schwer aufrecht zu halten, denn irgendwie lernt die Menschheit zu wenig aus Fehlern.

Ich bin der Meinung:
Nicht alles was man theoretisch tun KANN, muss und DARF man tun! Nur gibt es für einige da keine Grenze, befürchte ich...

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Montag, 2. Oktober 2017
Unglaublich!
Manche halten sich für überlegen schlau, und bringen dann sowas fertig:



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Montag, 25. September 2017
Jetzt wissen wir endlich, welches Geschlecht...
...wir als multipler Mensch, der ja aus weiblichen, männlichen und "neutralen" Persönlichkeiten in einem biologisch weiblichen Körper besteht, ohne zu überlegen angeben könnten:

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Donnerstag, 21. September 2017
*kotz* :-(
Wir sind so beschissen empfindlich, das kotzt mich echt an. Jeder kleinste Mist löst Flashbacks aus, obwohl viele dieser Auslöser längst “neutralisiert” waren. Aber das bleiben sie offenbar nur, solange wir stabil sind. Gehts zu sehr bergab, ist die “Neutralisierung” wie aufgehoben, als hätte es sie nie gegeben. Kacke!
Dann sind da noch Alltagssituationen über die wir uns sonst einfach ne Weile aufregen, Dampf ablassen, und dann gehts normal weiter. Zum Dampf ablassen reicht es gerade nicht, sämtlicher Mist löst alten, konditionierten Kack aus und das natürlich nicht nur bei mir, sondern bei vielen von uns. Dann fliegt das alles durcheinander hier rum und ergibt zum Teil gar keinen Sinn mehr, sondern widerspricht sich dann auch noch, wie soll ich mich und uns, unsere Reaktionen denn so ernstnehmen können?! Klar weiß ich, dass hier jede/r andere Erfahrungen gemacht hat und darum anders denkt und reagiert, nur hilft mir das nicht, wenn dieses Chaos aus konditionierten Gedanken, Ängsten und “Glaubenssätzen” auf mich einprasselt, da ist kaum noch was mit sortieren um zu verstehen.

Ein Amt schickt einen Brief, es soll etwas geprüft werden. Eigentlich wäre unsere Reaktion darauf: aufregen, meckern, beruhigen, dem Amt schicken was es will, abwarten, ggf. reagieren, wenn etwas ist, was für uns nicht geht und Helfer kontaktieren.
Diesmal ist unsere Reaktion anders: Unser Hirn kramt sofort alte Erfahrungen mit Ämtern aus und wir bekommen Angst, fühlen uns überfordert, halten das nicht aus und “verschwinden” aus der Realität/Gegenwart in die Dissoziation. Bringt nur nichts, und natürlich holt Kleo uns immer wieder zurück in die Realität/Gegenwart, wir können ja nicht ewig bewegungslos rumsitzen und den Boden anstarren ohne das selbst überhaupt zu registrieren, das löst das Problem nicht.
Wir haben Angst, dass dieses blöde Amt wieder einen Fehler macht und unsere Daten UNBERECHTIGT an Leute weitergibt, die sie nicht haben sollen/dürfen und für uns gefährlich werden würden. Niemand dort hat damals darüber nachgedacht, dass eine Namensänderung u.ä. Gründe hat und nicht zum Spaß oder aus Langerweile gemacht wurde. Das Amt wurde damals vom Gericht darüber informiert, dass die Daten nicht weitergegeben werden dürfen, passiert ist es trotzdem, es gibt in dem Punkt keine Sicherheit.

Wir hatten das Bedürfnis über das zu reden, was im Kopf los ist wegen dieser Überprüfung, aber das konnten/können wir niemandem mitteilen. Kleo saß zwar neben uns, war aber für uns “unerreichbar”, sie hatte ihre Kopfhörer auf und spielte ein Spiel auf dem Handy, das machte es uns unmöglich ihr zu sagen, dass wir gerade Unterstützung bräuchten, weil unser Hirn uns mit altem konditionierten Zeug überflutete.
“Erzählt/sagt/antwortet nur (auf) das, wonach/was ihr gefragt werdet, alles andere interessiert niemanden, sonst würde danach gefragt werden.”
“Niemand versteht euch, also braucht ihr niemanden mit euren Gedanken stören/belästigen/stressen.”
“Ihr seid nur eine Belastung für Andere, kommt allein klar.”
“Eure Gedanken sind lesbar für Andere. Wenn niemand fragt, interessieren sie also keinen.”

Kleos Verhalten passte leider zu diesem Mist, woraus wir schließen mussten, dass sie gerade keine Kraft hat uns zu helfen, nicht versteht, was unser Problem ist, und dass wir allein klarkommen sollen, weil es sie nervt, dass wir dieses Problem haben. Dafür fand unser Hirn logische “Beweise”. Kleo hat uns ja aus der Dissoziation geholt, mehrmals, und wenn es sie interessieren würde was los ist, würde sie fragen und nicht weiter spielen. Sie sagte mehrmals, wir könnten uns hinlegen, also will sie nicht gestört werden. Unser Problem ist kein wirkliches Problem, wir stellen uns nur wieder an, denn sie kennt unsere Gedanken und würde helfen/nachfragen, wenn es nötig und wichtig wäre. Ist es aber nicht, darum spielt sie auch weiter. …
Damit hat unser Hirn dann unsere Stimme ganz “ausgeknipst” und es ging nichts mehr hier.

Ich hasse diesen Mist so!

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Donnerstag, 17. August 2017
blöde Depression
Ich glaub die Depression hat uns erwischt. Wir reagieren auf sonst Normales um uns rum total empfindlich, oder es kommt kaum bei uns an. Jedes Wort, jede Bewegung ist unglaublich anstrengend. Im Bett liegen, nichts sagen, beantworten und sich nicht bewegen ist gerade das Einzige was sich machbar anfühlt. Wir wollen keine Leute um uns - außer Kleo, die brauchen wir gefühlt mehr als sonst und alles andere. Telefonieren, also wenn Kleo telefoniert, das ist für uns “zu nah”, wir fühlen uns überfordert und eingeengt, bedrängt davon. Auch wenn die Leute nur am Telefon sind, sind sie zu nah “an unserer Welt”. Nur wollen wir ihr nicht das telefonieren verbieten, also müssen wir es aushalten. Wir sind gerade eh irgendwie eingeschlossen in uns, können nicht sagen was wir brauchen und wollen. Nur kann die Umwelt nicht riechen, was in uns abgeht und was uns zu viel ist. Deutlich genug sagen klappt irgendwie auch nicht, haben wir heute den Eindruck.

Na, ich sag mal: Wir sind ja Viele, wer kann sich da schon vorstellen, dass wir uns einsam fühlen, wenn Bezugspersonen im Außen nicht da, oder “abwesend” sind. :-/
Gruß!
O.

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Montag, 14. August 2017
Aggressionsabbau - ein Versuch
Ich könnte mir ne Tüte besorgen. Das Zeug hat mich immer so entspannt, dass ich mich über nichts mehr aufregen konnte. Es war dann alles so “easy”.
Ich könnte mir den Finger in den Hals stecken und kotzen, bis ich erschöpft und kraftlos auf dem Waschbeckenrand einpenne. Dann wär erstmal nix mehr mit Aggression.
Ich könnte mir Arme, Bauch, Beine, aufritzen bis der Schmerz diese extreme Wut betäubt.
Ich könnte mit dem Kopf gegen die Wand fahren, bis wirklich der Arzt kommt und mich ruhig stellt. Dann wär auch nix mehr mit Wut und so.
Aber ich will keine Tüte, ich will nicht kotzen, ich will nicht ritzen und nicht auf der ITS landen! Das war alles mal. Da war ich nicht wirklich klar im Kopf sondern ständig auf irgendwelchem Zeugs. Das hatte Vorteile, ich musste diese Gefühle nicht lange ertragen. Nur ich hab mich ständig im Kreis gedreht zwischen Gefühlen und destruktiver Betäubung dieser Gefühle. Nicht gut, weiß ich jetzt auch. Aber damals gings nur so. Was ziemlich schräg ist, wenn ich das, was ich damals über “mein” Leben wusste, und das was ich heute weiß, vergleiche. Das Wissen damals war n Pups gegen das von heute!

Ich sage immer, dass ich dich hasse, inklusive all den Anderen, die du auf meinen Körper losgelassen hast, oder denen du uns ausgeliefert hast, direkt oder indirekt. Aber es ist eher Verachtung. Für mich bist du kein Mensch mit Rechten, du bist irgendeine bösartige, sadistische, perverse Kreatur ohne das Recht zu atmen, zu leben, was auch immer. Genau wie all die Anderen. Die Realität sieht anders aus was die Rechte angeht, ist mir klar. Und mir ist auch klar, dass wohl niemals irgendwer von allen irgendwie bestraft wird. Wie auch! Alle die wissen, was du für eine Kreatur bist und was uns wegen dir und von dir angetan wurde, hast du manipuliert, bedroht und/oder bestochen, und andere sind schon tot. Die die selbst mit drin stecken, sagen natürlich kein schlechtes Wort über dich und andere eurer Gemeinschaft. Nach außen seid ihr freundliche, ehrliche Männer und Frauen, niemand merkt, dass ihr alles und jeden täuscht und manipuliert sobald ihr Außenstehenden begegnet oder von diesen gesehen und beobachtet werdet. Immer schön die Rolle des netten, hilfsbereiten Nachbarn oder was weiß ich spielen, dann ist man auf der sicheren Seite. Sollte doch jemand ahnen, dass da was faul ist, findet sich immer ein Weg, das Problem zu lösen. War immer so, und ist sicher auch jetzt noch so.
Bestes Beispiel der “nette junge Mann” der vor einigen Jahren einer über 80-jährigen Nachbarin von uns die Einkäufe bis in ihre Küche getragen, und ihr die Stufen hoch geholfen hat. Sie war ja so begeistert von diesem jungen Mann, dass sie uns immer wieder davon erzählen musste und immer wieder fragte, ob das “mein” Bruder wäre. Wie das für uns war, wenn dieser “nette junge Mann” jedesmal nachdem er ihr mit den Einkäufen geholfen hatte, Dinge mit uns gemacht hat, die strafbar sind, uns immer noch in Flashbacks verfolgen, ignorieren zu müssen um “normal” auf die Begeisterung der Nachbarin reagieren zu können, kann sich wohl nur jemand vorstellen, der ähnliches erlebt hat. Danach war entweder kotzen oder GBL dran, denn das war unerträglich so.
Das ist ein Beispiel, und besagten Typen kennst du bestimmt nicht mal. Aber du hast uns diesen Perversen ausgeliefert, und die haben dir im Gegenzug geholfen, deine Taten zu vertuschen. Was mich gerade so ankotzt ist die Tatsache, dass du ernsthaft zu glauben scheinst, nie etwas falsches getan zu haben. Du würdest mir noch unter vier Augen, wenn es keine Zeugen für das geben würde was du antwortest, ins Gesicht sagen, dass du unschuldig bist und im Gegensatz zu früher würdest du mich auch in der Einzahl ansprechen, denn von “Multipler Persönlichkeit” hast du noch nie was gehört. Warum ich mich dann aber sehr genau an Drohungen wie: “Wenn IHR nicht wollt, dass **** den Tag nicht überlebt, dann haltet ALLE die Klappe!” erinnern kann, als “ich” und du allein im Badezimmer waren, das liegt dann wohl an einer fehlerhaften Erinnerung, du hast sowas natürlich nie so gesagt.
Doch hast du! Und du hast noch so viel mehr getan! Aber natürlich hast du keine der vielen Videos und Fotos mehr in deiner Wohnung, wenn dich die Polizei angekündigt mal “überprüft”, ob was dran ist an dem, was “ich” sage.
Wie kannst du nachts schlafen? Wie kannst du mit dir selbst klarkommen? Wie kannst du so ein positives Selbstbild haben? Nach all dem was du früher mit uns und später vielleicht mit anderen Babies, Kleinkindern, Schulkindern gemacht hast?
Ich verstehe es nicht, ich kanns nicht nachvollziehen. Das Leben ist wirklich nicht gerecht. Dir gehts gut, du hast ein nach außen normales Leben. Beides kann ich von mir nicht sagen. Wegen all dem, was DU getan hast, und die Anderen die nur durch DICH die Möglichkeit hatten, uns zu missbrauchen, zu foltern, einfach so oder um Geld damit zu machen, gibt es für UNS keinen normalen Tag im Leben, keinen Tag an dem wir nicht unfreiwillig in der Vergangenheit landen und die Dinge wieder erleben als würde es gerade passieren. Du hast Freude daran. Uns macht es fertig.

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Freitag, 11. August 2017
sprechen ist schwierig
Es ist so viel im Kopf. So viel was raus soll. Zu Kleo. Zu anderen Außenmenschen. Damit der Erinnerungs/Flashback/Gefühls-Stau sich nicht täglich verstärkt. Manchmal klappt das. Aber meist nicht. Sprechen ist gerade allgemein schwer, eine ständige Herausforderung. Die Wörter und Sätze bleiben irgendwo zwischen Gehirn und Mund stecken, zerfallen in kleine Teilchen, die sich nicht wieder richtig zusammensetzen lassen. So fühlt es sich an. Das ist frustrierend. Das Problem ist bekannt, eine Lösung gibts aber nicht wirklich. Außer dann alles rauszulassen was kommt, wenn die Sätze gerade mal leicht durchkommen, weiß ich nicht was wir tun könnten. Wenn dann keiner da ist, der zuhört, oder die Situation unpassend ist, müssen wir das was raus könnte aktiv zurück halten. Das löst das Gefühl aus, selbst Schuld an dem Problem zu sprechen zu sein. Wir wissen wie dumm das für Außenmenschen klingt. Es ist aber das, was wir hier fühlen, egal ob uns klar ist, dass das Unsinn ist.

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Dienstag, 8. August 2017
es wird nicht besser - aus vielen Gründen
Es ist so viel los im Alltag, und auch vieles, das nicht sein müsste. Wir versuchen es zu umgehen, aber die Mitmenschen machen uns einen Strich durch die Rechnung.
Die Psychose ist nicht mehr spürbar, wir nehmen nur noch ein Viertel der eigentlichen Dosis des Antipsychotikums und es machen sich nicht mal ansatzweise psychotische Gedanken bemerkbar. Da könnte man meinen, es geht uns besser. Nur irgendwie: Die Psychose geht, die Depression kommt. Also klar, wir sind "lieber" depressiv als psychotisch, aber schön ist das alles gerade trotzdem nicht.

Als wir einen Transportschein von einer Praxis haben wollten, hingen wir ne viertel Stunde am Telefon bis jemand ran ging. Diesen jemand bat ich um das Zusenden eines Transportscheines, damit die Krankenkasse diesen genehmigen, und ich den Fahrdienst beauftragen kann. Sagt man mir am Telefon: Kann ich nicht machen, das muss die Kasse erst genehmigen! Sagte ich: Nein, ich brauche erst den Schein. Wie soll die Kasse denn etwas genehmigen, was nicht da ist?! Antwort: Naja das ist seit diesem Jahr so. Das ist ein neues Gesetz. Ich wollte darüber reden, diskutieren, aber die Dame nicht und damit war das Gespräch beendet. Wir mussten also in die Geschäftsstelle der Krankenkasse fahren - was ja absolut stressfrei und keine Belastung für uns ist, machen wir mit links ;-). Etwas belustigt erzählten wir der Dame dort, was uns gesagt wurde. Diese verdrehte die Augen und meinte: Was soll ich denn genehmigen, ich hab doch nichts vorliegen? Wir und die Kasse waren also einer Meinung, da gibts nämlich kein so dämliches Gesetz was die Dame am Telefon erwähnt hatte. Also schrieb die Dame der Krankenkasse einen idiotensicheren Zettel über das Ausfüllen eines Transportscheins, der ERST vorliegen muss, DAMIT sie ihn genehmigen kann, kopierte unseren Schwerbehindertenausweis, machte nen Kassenstempel drauf, und Kleo verschickte das Ganze dann so an die Praxis. Inkl. Rückumschlag - man weiß ja nie! Dann kam der Schein auch schnell bei uns an, vom "neuen Gesetz" war nun keine Rede mehr, und wir mussten wieder in die Geschäftsstelle der Krankenkasse, um den Schein genehmigen zu lassen. Das ging dann auch problemlos.
Das ist ein Fall, bei dem ich denke: Ist es zu viel verlangt, dass eine Praxis die Regeln für Transportscheine wenigstens so gut kennt wie der dumne Patient, der noch darauf hinweist, dass etwas was nicht vorliegt, auch nicht genehmigt werden kann? Uns wäre wenigstens einmal der Weg zur Krankenkasse erspart geblieben, was für uns viel wert gewesen wäre. Einfach mal Hirn einschalten und im Zweifel Kollegen fragen. Es ist nicht schlimm, etwas nicht zu wissen, es ist scheiße, dazu nicht zu stehen und andere deshalb unnötig durch die Stadt zu jagen.

Unser Thera sagt, unser Nervensystem ist überlastet und die Symptome wie überflutende Erinnerungen, Flashbacks, Schmerzen, Schlaflosigkeit, gestörter Antrieb, Triggeranfälligkeit, hängen damit zusammen. Wir brauchen regelmäßige Ruhephasen. Nichts leichter als das, ne?! ;-) Schön wärs! Manchmal klappt es, wenn wir uns auf ne Kühlmatte legen die richtig gefroren ist, und uns auf Gesicht und Ohren noch Icepacks legen. Das beruhigt uns irgendwie so sehr, dass der Puls deutlich unter 100 Schläge pro Minute fällt, was die Medis gerade nicht mehr schaffen. Nur leider klappt das nicht immer, und vor allem nicht nachts. Außerdem sind die Kühlteile viel zu schnell warm bei unserer Hitze und dem Wetter momentan. Aber es sind kleine Ruhephasen die wirklich gut tun. Kraft- und antriebslos aber gleichzeitig unruhig und hibbelig sind wir trotzdem noch. Wenn der Körper dann noch so Scherze mit uns macht, wie von jetzt auf gleich die Arme nicht mehr von der Matratze heben zu können, weil die Kraft nicht reicht, werden wir nicht wirklich ruhiger, sondern bekommen Panik. Solchen Mist müssen wir nicht haben, es reicht so schon.

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Mittwoch, 2. August 2017
"Blume des Lebens"-Muster
M I N U S mag Muster

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Wasser trinken - ja/nein
Es ist ätzend warm, um die 30°C. Natürlich schwitzt man bei dieser Hitze, ist an sich ganz normal. Für viele von uns ist schwitzen ein großes Problem. Es holt Erinnerungen hoch und löst Ängste aus. Das macht entspannen nicht einfacher. Ohne Icepacks und Kühlmatten geht nichts mehr hier.
Bei Hitze ist trinken noch wichtiger als sonst, der Körper verliert beim Schwitzen ja einiges an Flüssigkeit. Ich persönlich trinke auch gern stilles Wasser - nur kein Leitungswasser - und würde wohl weit mehr als eine 1,5 L Flasche am Tag schaffen, aber so einfach ist das hier nicht. Wenn wir Termine haben, müssen wir uns morgens genau überlegen wann wir wieviel trinken können, was sich nach der Verfügbarkeit von Rolli-WCs richtet. Das geht mir schon ziemlich auf den Keks und ist nicht angenehm! Man weiß, man hat die nächsten vier Stunden keine Möglichkeit irgendwo aufs Klo zu gehen, also trinkt man nur ein paar Milliliter, statt der halben Flasche die das Durstgefühl eigentlich verlangt und sitzt dann mit mega Durst im Zug oder Wartezimmer und hofft, dass alles schneller geht als geplant. Wenn wir keinen Termin haben, trinke ich drauf los wenn ich Durst habe. Aber auch da werde ich immer wieder von der Angst Anderer oder Flashbacks gestoppt und kann nicht so trinken wie ich gern würde. Hier drin stehen sich leider zwei “Lager” gegenüber, die manchmal noch schwer zu vereinen sind. Manche von uns haben früher lange nichts zu trinken bekommen und haben auch heute immer wieder die Angst zu wenig zu trinken, so nach dem Motto: “Wenn was da ist, trinke ich es, man weiß ja nie wann es das nächste gibt!” - zu dem Lager gehöre ich. Durst ist für mich das schlimmste Gefühl das es gibt, ich steiger mich da schnell mal in Panik und Horrorgedanken, was heute natürlich nichts mehr mit der Realität zu tun hat.
Dann gibt es ein paar Leutchen hier drin, die gezwungen wurden zu trinken, obwohl sie “übervoll” waren und eigentlich nichts mehr reingepasst hat. Viele von denen sind nicht nur einmal mit Schwindel und üblen Kopfschmerzen noch mit der Flasche in der Hand umgefallen und wissen nicht, was dann mit ihnen passiert ist. Dass das Angst macht kann ich natürlich nachvollziehen, und ich verstehe, dass mein Gedanke, zu trinken was da ist, deren Angst verstärkt, anders denken fällt mir trotzdem schwer.
Oft trinken wir dann nur Cola, Limo, Latte Macchiato oder Tee, weil Wasser gar nicht geht. So kommen wir an die nötige Flüssigkeit für den Körper, auch durch täglich Gemüse und Obst. Mein Durstgefühl lässt sich so auch meist ganz gut umgehen, und die Anderen haben dadurch nicht das Gefühl, zu viel Wasser zu trinken. Aber gerade jetzt, wo es so warm ist, hab ich ein wahnsinns Verlangen nach Wasser und muss den Anderen aber versprechen, nicht mehr als 1,5 L stilles Wasser über den Tag verteilt zu trinken. Ich gebe mir Mühe, aber leider ist stilles Wasser immer wieder das einzige Lebensmittel, das meinen Durst stillt. Nicht einfach, aber muss irgendwie gehen.
Während viele sagen, stilles Wasser würde “nach nichts”, und außerdem jedes gleich schmecken, ist stilles Wasser für mich total lecker und ich schmecke deutliche Unterschiede. Leider habe ich bei Wasser nicht den “preiswertesten Geschmack”, aber die Anderen trinken ja auch nur CocaCola, und kein Billigzeug davon. So ist das eben.

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