Wir sind Viele in einem Körper - Alltag einer Multiplen Persönlichkeit
Wir sind Viele in einem Körper - Alltag einer Multiplen Persönlichkeit
Donnerstag, 21. September 2017
*kotz* :-(
Wir sind so beschissen empfindlich, das kotzt mich echt an. Jeder kleinste Mist löst Flashbacks aus, obwohl viele dieser Auslöser längst “neutralisiert” waren. Aber das bleiben sie offenbar nur, solange wir stabil sind. Gehts zu sehr bergab, ist die “Neutralisierung” wie aufgehoben, als hätte es sie nie gegeben. Kacke!
Dann sind da noch Alltagssituationen über die wir uns sonst einfach ne Weile aufregen, Dampf ablassen, und dann gehts normal weiter. Zum Dampf ablassen reicht es gerade nicht, sämtlicher Mist löst alten, konditionierten Kack aus und das natürlich nicht nur bei mir, sondern bei vielen von uns. Dann fliegt das alles durcheinander hier rum und ergibt zum Teil gar keinen Sinn mehr, sondern widerspricht sich dann auch noch, wie soll ich mich und uns, unsere Reaktionen denn so ernstnehmen können?! Klar weiß ich, dass hier jede/r andere Erfahrungen gemacht hat und darum anders denkt und reagiert, nur hilft mir das nicht, wenn dieses Chaos aus konditionierten Gedanken, Ängsten und “Glaubenssätzen” auf mich einprasselt, da ist kaum noch was mit sortieren um zu verstehen.

Ein Amt schickt einen Brief, es soll etwas geprüft werden. Eigentlich wäre unsere Reaktion darauf: aufregen, meckern, beruhigen, dem Amt schicken was es will, abwarten, ggf. reagieren, wenn etwas ist, was für uns nicht geht und Helfer kontaktieren.
Diesmal ist unsere Reaktion anders: Unser Hirn kramt sofort alte Erfahrungen mit Ämtern aus und wir bekommen Angst, fühlen uns überfordert, halten das nicht aus und “verschwinden” aus der Realität/Gegenwart in die Dissoziation. Bringt nur nichts, und natürlich holt Kleo uns immer wieder zurück in die Realität/Gegenwart, wir können ja nicht ewig bewegungslos rumsitzen und den Boden anstarren ohne das selbst überhaupt zu registrieren, das löst das Problem nicht.
Wir haben Angst, dass dieses blöde Amt wieder einen Fehler macht und unsere Daten UNBERECHTIGT an Leute weitergibt, die sie nicht haben sollen/dürfen und für uns gefährlich werden würden. Niemand dort hat damals darüber nachgedacht, dass eine Namensänderung u.ä. Gründe hat und nicht zum Spaß oder aus Langerweile gemacht wurde. Das Amt wurde damals vom Gericht darüber informiert, dass die Daten nicht weitergegeben werden dürfen, passiert ist es trotzdem, es gibt in dem Punkt keine Sicherheit.

Wir hatten das Bedürfnis über das zu reden, was im Kopf los ist wegen dieser Überprüfung, aber das konnten/können wir niemandem mitteilen. Kleo saß zwar neben uns, war aber für uns “unerreichbar”, sie hatte ihre Kopfhörer auf und spielte ein Spiel auf dem Handy, das machte es uns unmöglich ihr zu sagen, dass wir gerade Unterstützung bräuchten, weil unser Hirn uns mit altem konditionierten Zeug überflutete.
“Erzählt/sagt/antwortet nur (auf) das, wonach/was ihr gefragt werdet, alles andere interessiert niemanden, sonst würde danach gefragt werden.”
“Niemand versteht euch, also braucht ihr niemanden mit euren Gedanken stören/belästigen/stressen.”
“Ihr seid nur eine Belastung für Andere, kommt allein klar.”
“Eure Gedanken sind lesbar für Andere. Wenn niemand fragt, interessieren sie also keinen.”

Kleos Verhalten passte leider zu diesem Mist, woraus wir schließen mussten, dass sie gerade keine Kraft hat uns zu helfen, nicht versteht, was unser Problem ist, und dass wir allein klarkommen sollen, weil es sie nervt, dass wir dieses Problem haben. Dafür fand unser Hirn logische “Beweise”. Kleo hat uns ja aus der Dissoziation geholt, mehrmals, und wenn es sie interessieren würde was los ist, würde sie fragen und nicht weiter spielen. Sie sagte mehrmals, wir könnten uns hinlegen, also will sie nicht gestört werden. Unser Problem ist kein wirkliches Problem, wir stellen uns nur wieder an, denn sie kennt unsere Gedanken und würde helfen/nachfragen, wenn es nötig und wichtig wäre. Ist es aber nicht, darum spielt sie auch weiter. …
Damit hat unser Hirn dann unsere Stimme ganz “ausgeknipst” und es ging nichts mehr hier.

Ich hasse diesen Mist so!

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Donnerstag, 17. August 2017
blöde Depression
Ich glaub die Depression hat uns erwischt. Wir reagieren auf sonst Normales um uns rum total empfindlich, oder es kommt kaum bei uns an. Jedes Wort, jede Bewegung ist unglaublich anstrengend. Im Bett liegen, nichts sagen, beantworten und sich nicht bewegen ist gerade das Einzige was sich machbar anfühlt. Wir wollen keine Leute um uns - außer Kleo, die brauchen wir gefühlt mehr als sonst und alles andere. Telefonieren, also wenn Kleo telefoniert, das ist für uns “zu nah”, wir fühlen uns überfordert und eingeengt, bedrängt davon. Auch wenn die Leute nur am Telefon sind, sind sie zu nah “an unserer Welt”. Nur wollen wir ihr nicht das telefonieren verbieten, also müssen wir es aushalten. Wir sind gerade eh irgendwie eingeschlossen in uns, können nicht sagen was wir brauchen und wollen. Nur kann die Umwelt nicht riechen, was in uns abgeht und was uns zu viel ist. Deutlich genug sagen klappt irgendwie auch nicht, haben wir heute den Eindruck.

Na, ich sag mal: Wir sind ja Viele, wer kann sich da schon vorstellen, dass wir uns einsam fühlen, wenn Bezugspersonen im Außen nicht da, oder “abwesend” sind. :-/
Gruß!
O.

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Montag, 14. August 2017
Aggressionsabbau - ein Versuch
Ich könnte mir ne Tüte besorgen. Das Zeug hat mich immer so entspannt, dass ich mich über nichts mehr aufregen konnte. Es war dann alles so “easy”.
Ich könnte mir den Finger in den Hals stecken und kotzen, bis ich erschöpft und kraftlos auf dem Waschbeckenrand einpenne. Dann wär erstmal nix mehr mit Aggression.
Ich könnte mir Arme, Bauch, Beine, aufritzen bis der Schmerz diese extreme Wut betäubt.
Ich könnte mit dem Kopf gegen die Wand fahren, bis wirklich der Arzt kommt und mich ruhig stellt. Dann wär auch nix mehr mit Wut und so.
Aber ich will keine Tüte, ich will nicht kotzen, ich will nicht ritzen und nicht auf der ITS landen! Das war alles mal. Da war ich nicht wirklich klar im Kopf sondern ständig auf irgendwelchem Zeugs. Das hatte Vorteile, ich musste diese Gefühle nicht lange ertragen. Nur ich hab mich ständig im Kreis gedreht zwischen Gefühlen und destruktiver Betäubung dieser Gefühle. Nicht gut, weiß ich jetzt auch. Aber damals gings nur so. Was ziemlich schräg ist, wenn ich das, was ich damals über “mein” Leben wusste, und das was ich heute weiß, vergleiche. Das Wissen damals war n Pups gegen das von heute!

Ich sage immer, dass ich dich hasse, inklusive all den Anderen, die du auf meinen Körper losgelassen hast, oder denen du uns ausgeliefert hast, direkt oder indirekt. Aber es ist eher Verachtung. Für mich bist du kein Mensch mit Rechten, du bist irgendeine bösartige, sadistische, perverse Kreatur ohne das Recht zu atmen, zu leben, was auch immer. Genau wie all die Anderen. Die Realität sieht anders aus was die Rechte angeht, ist mir klar. Und mir ist auch klar, dass wohl niemals irgendwer von allen irgendwie bestraft wird. Wie auch! Alle die wissen, was du für eine Kreatur bist und was uns wegen dir und von dir angetan wurde, hast du manipuliert, bedroht und/oder bestochen, und andere sind schon tot. Die die selbst mit drin stecken, sagen natürlich kein schlechtes Wort über dich und andere eurer Gemeinschaft. Nach außen seid ihr freundliche, ehrliche Männer und Frauen, niemand merkt, dass ihr alles und jeden täuscht und manipuliert sobald ihr Außenstehenden begegnet oder von diesen gesehen und beobachtet werdet. Immer schön die Rolle des netten, hilfsbereiten Nachbarn oder was weiß ich spielen, dann ist man auf der sicheren Seite. Sollte doch jemand ahnen, dass da was faul ist, findet sich immer ein Weg, das Problem zu lösen. War immer so, und ist sicher auch jetzt noch so.
Bestes Beispiel der “nette junge Mann” der vor einigen Jahren einer über 80-jährigen Nachbarin von uns die Einkäufe bis in ihre Küche getragen, und ihr die Stufen hoch geholfen hat. Sie war ja so begeistert von diesem jungen Mann, dass sie uns immer wieder davon erzählen musste und immer wieder fragte, ob das “mein” Bruder wäre. Wie das für uns war, wenn dieser “nette junge Mann” jedesmal nachdem er ihr mit den Einkäufen geholfen hatte, Dinge mit uns gemacht hat, die strafbar sind, uns immer noch in Flashbacks verfolgen, ignorieren zu müssen um “normal” auf die Begeisterung der Nachbarin reagieren zu können, kann sich wohl nur jemand vorstellen, der ähnliches erlebt hat. Danach war entweder kotzen oder GBL dran, denn das war unerträglich so.
Das ist ein Beispiel, und besagten Typen kennst du bestimmt nicht mal. Aber du hast uns diesen Perversen ausgeliefert, und die haben dir im Gegenzug geholfen, deine Taten zu vertuschen. Was mich gerade so ankotzt ist die Tatsache, dass du ernsthaft zu glauben scheinst, nie etwas falsches getan zu haben. Du würdest mir noch unter vier Augen, wenn es keine Zeugen für das geben würde was du antwortest, ins Gesicht sagen, dass du unschuldig bist und im Gegensatz zu früher würdest du mich auch in der Einzahl ansprechen, denn von “Multipler Persönlichkeit” hast du noch nie was gehört. Warum ich mich dann aber sehr genau an Drohungen wie: “Wenn IHR nicht wollt, dass **** den Tag nicht überlebt, dann haltet ALLE die Klappe!” erinnern kann, als “ich” und du allein im Badezimmer waren, das liegt dann wohl an einer fehlerhaften Erinnerung, du hast sowas natürlich nie so gesagt.
Doch hast du! Und du hast noch so viel mehr getan! Aber natürlich hast du keine der vielen Videos und Fotos mehr in deiner Wohnung, wenn dich die Polizei angekündigt mal “überprüft”, ob was dran ist an dem, was “ich” sage.
Wie kannst du nachts schlafen? Wie kannst du mit dir selbst klarkommen? Wie kannst du so ein positives Selbstbild haben? Nach all dem was du früher mit uns und später vielleicht mit anderen Babies, Kleinkindern, Schulkindern gemacht hast?
Ich verstehe es nicht, ich kanns nicht nachvollziehen. Das Leben ist wirklich nicht gerecht. Dir gehts gut, du hast ein nach außen normales Leben. Beides kann ich von mir nicht sagen. Wegen all dem, was DU getan hast, und die Anderen die nur durch DICH die Möglichkeit hatten, uns zu missbrauchen, zu foltern, einfach so oder um Geld damit zu machen, gibt es für UNS keinen normalen Tag im Leben, keinen Tag an dem wir nicht unfreiwillig in der Vergangenheit landen und die Dinge wieder erleben als würde es gerade passieren. Du hast Freude daran. Uns macht es fertig.

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Freitag, 11. August 2017
sprechen ist schwierig
Es ist so viel im Kopf. So viel was raus soll. Zu Kleo. Zu anderen Außenmenschen. Damit der Erinnerungs/Flashback/Gefühls-Stau sich nicht täglich verstärkt. Manchmal klappt das. Aber meist nicht. Sprechen ist gerade allgemein schwer, eine ständige Herausforderung. Die Wörter und Sätze bleiben irgendwo zwischen Gehirn und Mund stecken, zerfallen in kleine Teilchen, die sich nicht wieder richtig zusammensetzen lassen. So fühlt es sich an. Das ist frustrierend. Das Problem ist bekannt, eine Lösung gibts aber nicht wirklich. Außer dann alles rauszulassen was kommt, wenn die Sätze gerade mal leicht durchkommen, weiß ich nicht was wir tun könnten. Wenn dann keiner da ist, der zuhört, oder die Situation unpassend ist, müssen wir das was raus könnte aktiv zurück halten. Das löst das Gefühl aus, selbst Schuld an dem Problem zu sprechen zu sein. Wir wissen wie dumm das für Außenmenschen klingt. Es ist aber das, was wir hier fühlen, egal ob uns klar ist, dass das Unsinn ist.

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Dienstag, 8. August 2017
es wird nicht besser - aus vielen Gründen
Es ist so viel los im Alltag, und auch vieles, das nicht sein müsste. Wir versuchen es zu umgehen, aber die Mitmenschen machen uns einen Strich durch die Rechnung.
Die Psychose ist nicht mehr spürbar, wir nehmen nur noch ein Viertel der eigentlichen Dosis des Antipsychotikums und es machen sich nicht mal ansatzweise psychotische Gedanken bemerkbar. Da könnte man meinen, es geht uns besser. Nur irgendwie: Die Psychose geht, die Depression kommt. Also klar, wir sind "lieber" depressiv als psychotisch, aber schön ist das alles gerade trotzdem nicht.

Als wir einen Transportschein von einer Praxis haben wollten, hingen wir ne viertel Stunde am Telefon bis jemand ran ging. Diesen jemand bat ich um das Zusenden eines Transportscheines, damit die Krankenkasse diesen genehmigen, und ich den Fahrdienst beauftragen kann. Sagt man mir am Telefon: Kann ich nicht machen, das muss die Kasse erst genehmigen! Sagte ich: Nein, ich brauche erst den Schein. Wie soll die Kasse denn etwas genehmigen, was nicht da ist?! Antwort: Naja das ist seit diesem Jahr so. Das ist ein neues Gesetz. Ich wollte darüber reden, diskutieren, aber die Dame nicht und damit war das Gespräch beendet. Wir mussten also in die Geschäftsstelle der Krankenkasse fahren - was ja absolut stressfrei und keine Belastung für uns ist, machen wir mit links ;-). Etwas belustigt erzählten wir der Dame dort, was uns gesagt wurde. Diese verdrehte die Augen und meinte: Was soll ich denn genehmigen, ich hab doch nichts vorliegen? Wir und die Kasse waren also einer Meinung, da gibts nämlich kein so dämliches Gesetz was die Dame am Telefon erwähnt hatte. Also schrieb die Dame der Krankenkasse einen idiotensicheren Zettel über das Ausfüllen eines Transportscheins, der ERST vorliegen muss, DAMIT sie ihn genehmigen kann, kopierte unseren Schwerbehindertenausweis, machte nen Kassenstempel drauf, und Kleo verschickte das Ganze dann so an die Praxis. Inkl. Rückumschlag - man weiß ja nie! Dann kam der Schein auch schnell bei uns an, vom "neuen Gesetz" war nun keine Rede mehr, und wir mussten wieder in die Geschäftsstelle der Krankenkasse, um den Schein genehmigen zu lassen. Das ging dann auch problemlos.
Das ist ein Fall, bei dem ich denke: Ist es zu viel verlangt, dass eine Praxis die Regeln für Transportscheine wenigstens so gut kennt wie der dumne Patient, der noch darauf hinweist, dass etwas was nicht vorliegt, auch nicht genehmigt werden kann? Uns wäre wenigstens einmal der Weg zur Krankenkasse erspart geblieben, was für uns viel wert gewesen wäre. Einfach mal Hirn einschalten und im Zweifel Kollegen fragen. Es ist nicht schlimm, etwas nicht zu wissen, es ist scheiße, dazu nicht zu stehen und andere deshalb unnötig durch die Stadt zu jagen.

Unser Thera sagt, unser Nervensystem ist überlastet und die Symptome wie überflutende Erinnerungen, Flashbacks, Schmerzen, Schlaflosigkeit, gestörter Antrieb, Triggeranfälligkeit, hängen damit zusammen. Wir brauchen regelmäßige Ruhephasen. Nichts leichter als das, ne?! ;-) Schön wärs! Manchmal klappt es, wenn wir uns auf ne Kühlmatte legen die richtig gefroren ist, und uns auf Gesicht und Ohren noch Icepacks legen. Das beruhigt uns irgendwie so sehr, dass der Puls deutlich unter 100 Schläge pro Minute fällt, was die Medis gerade nicht mehr schaffen. Nur leider klappt das nicht immer, und vor allem nicht nachts. Außerdem sind die Kühlteile viel zu schnell warm bei unserer Hitze und dem Wetter momentan. Aber es sind kleine Ruhephasen die wirklich gut tun. Kraft- und antriebslos aber gleichzeitig unruhig und hibbelig sind wir trotzdem noch. Wenn der Körper dann noch so Scherze mit uns macht, wie von jetzt auf gleich die Arme nicht mehr von der Matratze heben zu können, weil die Kraft nicht reicht, werden wir nicht wirklich ruhiger, sondern bekommen Panik. Solchen Mist müssen wir nicht haben, es reicht so schon.

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Mittwoch, 2. August 2017
"Blume des Lebens"-Muster
M I N U S mag Muster

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Wasser trinken - ja/nein
Es ist ätzend warm, um die 30°C. Natürlich schwitzt man bei dieser Hitze, ist an sich ganz normal. Für viele von uns ist schwitzen ein großes Problem. Es holt Erinnerungen hoch und löst Ängste aus. Das macht entspannen nicht einfacher. Ohne Icepacks und Kühlmatten geht nichts mehr hier.
Bei Hitze ist trinken noch wichtiger als sonst, der Körper verliert beim Schwitzen ja einiges an Flüssigkeit. Ich persönlich trinke auch gern stilles Wasser - nur kein Leitungswasser - und würde wohl weit mehr als eine 1,5 L Flasche am Tag schaffen, aber so einfach ist das hier nicht. Wenn wir Termine haben, müssen wir uns morgens genau überlegen wann wir wieviel trinken können, was sich nach der Verfügbarkeit von Rolli-WCs richtet. Das geht mir schon ziemlich auf den Keks und ist nicht angenehm! Man weiß, man hat die nächsten vier Stunden keine Möglichkeit irgendwo aufs Klo zu gehen, also trinkt man nur ein paar Milliliter, statt der halben Flasche die das Durstgefühl eigentlich verlangt und sitzt dann mit mega Durst im Zug oder Wartezimmer und hofft, dass alles schneller geht als geplant. Wenn wir keinen Termin haben, trinke ich drauf los wenn ich Durst habe. Aber auch da werde ich immer wieder von der Angst Anderer oder Flashbacks gestoppt und kann nicht so trinken wie ich gern würde. Hier drin stehen sich leider zwei “Lager” gegenüber, die manchmal noch schwer zu vereinen sind. Manche von uns haben früher lange nichts zu trinken bekommen und haben auch heute immer wieder die Angst zu wenig zu trinken, so nach dem Motto: “Wenn was da ist, trinke ich es, man weiß ja nie wann es das nächste gibt!” - zu dem Lager gehöre ich. Durst ist für mich das schlimmste Gefühl das es gibt, ich steiger mich da schnell mal in Panik und Horrorgedanken, was heute natürlich nichts mehr mit der Realität zu tun hat.
Dann gibt es ein paar Leutchen hier drin, die gezwungen wurden zu trinken, obwohl sie “übervoll” waren und eigentlich nichts mehr reingepasst hat. Viele von denen sind nicht nur einmal mit Schwindel und üblen Kopfschmerzen noch mit der Flasche in der Hand umgefallen und wissen nicht, was dann mit ihnen passiert ist. Dass das Angst macht kann ich natürlich nachvollziehen, und ich verstehe, dass mein Gedanke, zu trinken was da ist, deren Angst verstärkt, anders denken fällt mir trotzdem schwer.
Oft trinken wir dann nur Cola, Limo, Latte Macchiato oder Tee, weil Wasser gar nicht geht. So kommen wir an die nötige Flüssigkeit für den Körper, auch durch täglich Gemüse und Obst. Mein Durstgefühl lässt sich so auch meist ganz gut umgehen, und die Anderen haben dadurch nicht das Gefühl, zu viel Wasser zu trinken. Aber gerade jetzt, wo es so warm ist, hab ich ein wahnsinns Verlangen nach Wasser und muss den Anderen aber versprechen, nicht mehr als 1,5 L stilles Wasser über den Tag verteilt zu trinken. Ich gebe mir Mühe, aber leider ist stilles Wasser immer wieder das einzige Lebensmittel, das meinen Durst stillt. Nicht einfach, aber muss irgendwie gehen.
Während viele sagen, stilles Wasser würde “nach nichts”, und außerdem jedes gleich schmecken, ist stilles Wasser für mich total lecker und ich schmecke deutliche Unterschiede. Leider habe ich bei Wasser nicht den “preiswertesten Geschmack”, aber die Anderen trinken ja auch nur CocaCola, und kein Billigzeug davon. So ist das eben.

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Dienstag, 1. August 2017
Bahnfahren ist immer wieder toll!
Immer dasselbe!

Wir wollen an einem Bahnhof aus dem Zug aussteigen, an dem das nur mit Rampe geht. Zwei Minuten vor Ankunft kommt der Zugbegleiter mit der Rampe und bittet ein paar Fahrgäste die zur selben Tür raus wollten wie wir, doch bitte die nächste Tür zu nehmen, weil er die Rampe für den Rollstuhl platzieren möchte. Da geht dann die Diskussion los: “Na aber warum denn?” und “Kann ich nicht ganz schnell drüber vor dem Rollstuhl?” und übelstes Gemecker und Gezicke, der Zugbegleiter entschuldigte sich dann ironisch bei den Fahrgästen, dass er einen Rollstuhl im Zug hat.
Werte Fahrgäste: Wieso ist es ein Problem, eine andere Tür zu nehmen? Ist der Weg vom Zug zum Bahnhofsvorplatz oder zum Anschlusszug kürzer, wenn man noch schnell über die Rampe springt und NUR wenn Sie diese eine Tür nehmen? Nach meiner Logik ist der Weg derselbe, die Bahnsteiglänge ändert sich meiner Meinung nach nicht!

Vor der Rückfahrt dann die nächste doch merkwürdige Begegnung: Wir stehen schon auf der Rollistellfläche, Kleo ist noch draußen auf dem Bahnsteig unterwegs. Da steigen zwei Damen hektisch in den Zug, bleiben entsetzt stehen, und die Eine sagt zur Anderen: “Ach Mist, da steht so ein blöder Rollstuhl in unserem Abteil, das kann doch nicht sein jetzt!” und verziehen sich in ein anderes Abteil.
Meine Damen, es tut mir leid! Ein extra Abteil für Menschen mit Intelligenzminderung gibts noch nicht, und Ihr Name stand auch nicht über den Sitzen. Oder heißen Sie beide ‘Frau Begleiterplätze’?

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Freitag, 28. Juli 2017
der Wetterdienst wieder... XD
Steht da:

"Nachts zieht von Westen eine schwache Störung heran."

Nachts? Ja!
Westen? Keine Ahnung!
Schwach? Nein!

Also nur zum Teil eine Vorhersage für mich! Und "heran ziehen" muss noch durch "überrollen" ersetzt werden, die Richtung ist unwichtig, und dann passts! Das muss dann auch nicht täglich geändert werden, diese Feststellung passt auf 98% meiner Nächte!

XD

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Montag, 24. Juli 2017
mal etwas "Werbung"
Weil wir unser Smartphone nicht lange halten können, haben wir uns nach Smartphone-Halterungen umgesehen. Neben einer günstigen Variante für ca. 15 Euro, haben wir noch eine Smarty-Halterung für Rollis bestellt, die wesentlich teurer war. Was soll ich sagen... Die günstige Halterung ist so viel besser als das teure Ding und darum ging die teure Halterung zurück!
Wenn das Phone eingeklemmt ist und man drauf tippt oder scrollt, wackeln oder wippen beide deutlich hin und her, das kann man aber stoppen, wenn man einen Finger dran hält, was allemal leichter ist, als ein Smartphone länger in der Hand zu halten. Flexibler ist die günstige Halterung, die kann man ans Bett klemmen und in wirklich jede Position biegen, das ging mit der teuren nicht, die Verstellmöglichkeiten sind da sehr begrenzt. Mit der günstigen kann ich das Phone im Liegen bedienen, und auch so einstellen, dass es passt, wenn ich im Bett sitze. Sehr schönes Teil und ein günstiges Hilfsmittel, wenn das Smartphone schnell zu schwer wird. Notfalls hält diese Halterung auch am Rahmenrohr des Rollis, haben die Minis schon getestet und ein Video davon gemacht, wie sie unser Katerle verfolgen. :-D

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unser katerle
Unser katerle war für googl gestern wieder essen. Hiiihiiii ich schmeis mich dann immer weg vor lachen. Aber ich glaub ich muss erzäln was ich meine. Also:
Wir habm das foto das hier trunter kommt in der galerie angekukt und da stand dann automatisch: "kategorie: essen".



Gestern haben wir wieder fotos in der galerie angekukt un da stand wieder automatisch: "kategorie: essen". Hier kommt das foto:



Ich frag mich was googl da siet. Sind die süsn beinchen für googl würstchen? Echt dumm das googl ding das das macht. Jetzt haben wir den kategorie-mist deaktiviert!

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Donnerstag, 20. Juli 2017
Katzenauge und andere Themen
Kleo hat gestern ein Foto gemacht, das uns richtig gut gefällt. Motiv: natürlich unser Katerle! Zumindest ein Auge von ihm:



Dienstag und gestern gings uns im Vergleich zu den Wochen davor relativ gut. Es waren anstrengende Tage, aber sie waren insgesamt gut aushaltbar und gefüllt mit Dingen, die gut für uns waren oder zumindest mit Dingen, die wir am Montag noch nicht so geschafft hätten. Lag vielleicht an der Stunde bei unserem Therapeuten, mit dem wir ein echt gutes Gespräch hatten. Über alles was gerade da war, wir konnten einfach drauf los reden. Die Offenheit, Ehrlichkeit und Empathie seinerseits war genau das, was wir gerade brauchten.

Am Dienstag waren wir beim Neurologen. Kein einfaches Gespräch, aber er hat die Situation erfasst und reagiert, was seine Kollegin so nie getan hätte. Er ist sicher nicht der Einfachste um Umgang, aber fachlich immer bestens informiert. Die Medis wurden angepasst, wir hoffen, es geht uns damit dann morgens besser was die Spastiken angeht, und vielleicht ziehen sich nun auch die Schmerzattacken etwas zurück oder lassen in ihrer Intensität nach.
Nach dem Termin sind Kleo, U. und wir zu McDoof gefahren und haben dort C. getroffen. Das war schon länger so geplant, vorgestern passte auch das Wetter, wobei 20°C auch gereicht hätten. Aber wenigstens gab es Sonnenschirme und Plätze im Freien. Die Minis haben mit Kleo das neonpinke CocaCola Glas ausgesucht und Kleo hat es zu ihrem Kuchen bekommen. Unser Stevie sammelt CocaCola Gläser schon länger, eins muss mindestens in seinen Besitz übergehen, wenn McD. diese Aktion hat. Neonpink ist nun nicht gerade seine Farbe, aber die Minis mögen es und damit ist es okay. Es ist ja trotzdem ein CocaCola-Sammelglas und außerdem schon das Zweite dieser Sammelreihe.
Jedenfalls tat es uns gut, mal wieder länger draußen zu sein, in netter Gesellschaft - auch wenn C. die meiste Zeit geträumt hat oder sowas, aber das ist nichts Neues.
Kleo und wir sind dann noch in die Stadt gegangen, wir mussten ja noch in die Apotheke und wenn möglich gehen wir nur in unsere Stammapotheke, die nun mal in der Stadt ist. Ein paar von uns haben die Gelegenheit für ne Currywurst genutzt, die Minis mussten natürlich in den 1-Euro-Shop, da kann man so schön in vielen Kästen wühlen und sowas. Dann wurde, neben Katzenfutter im Angebot, noch deutlich teureres Futter für Katerle eingepackt, das wollen die Minis dem Kater spendieren. Zuhause angekommen, wollten sie dem Kater unbedingt neue Leckerlies geben, haben die Packung vor Aufregung und Freude darüber, dem Kater etwas für ihn hoffentlich leckeres geben zu dürfen, kaum auf bekommen, was den Kater natürlich auch kirre gemacht hat, denn er hatte schon längst kapiert, dass er etwas bekommen soll. Als die Packung dann offen war, war der Kater vom Geschmack und Geruch der Fisch-Leckerlies begeistert, und die Minis fanden den Gestank so eklig, dass sie dem Kater nur ein paar Stückchen gegeben und ihm erklärt haben, dass das nur für Katzen gut riecht und für Menschen sehr doll stinkt, weshalb er nicht so viel auf einmal bekommen kann, damit die Wohnung nicht danach stinkt, die immer noch den Menschen gehört und nicht dem Kater, auch wenn er sich oft so verhält als zahlt er die Miete und sein Personal. Katerle hat dabei erst gierig gefressen, dann kurz den Minis aufmerksam zugehört, und als er kapiert hat, dass er nichts mehr bekommt, ist er zur Wohnungstür gerannt und hat dort lautstark und sehr kläglich verkündet, dass doch bitte jemand mit ihm auf den Balkon gehen soll, weil er das jetzt unbedingt braucht. Dea kata sagt nis bite. Nua wen man lekalis hat gipt ea pfötsn un sagt so bite. Zu peasonal sagt dea sonst nis bite das past nis zu dem.

Gestern haben wir überdurchschnittlich lange fest geschlafen, es fiel uns echt schwer, wach zu werden. Wir haben dann erstmal Musik gehört und nur faul rumgelegen. Dann haben wir uns um die Post und Pakete gekümmert, unseren Papierkram mal geordnet, sind einkaufen gerollt, damit wir Kartoffeln fürs Abendessen haben, und dann haben wir es wirklich geschafft, das Bett neu zu beziehen. Allein und beide Seiten. Das war sau anstrengend, die Muskeln waren danach total zittrig und kraftlos, aber das war es wert. Wir konnten Kleo diesen Teil der Hausarbeit abnehmen, und auch wenn das doof klingt, für uns ist es ein Erfolgserlebnis sowas zu schaffen, allein und komplett.

Der Psychose-Mist ist zu 99% weg, wir schleichen das Medi jetzt langsam aus um zu sehen, ob es nur durch die Medis unterdrückt wird oder wirklich viel weniger geworden ist.

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Dienstag, 18. Juli 2017
Schulnoten
Es ist ein ziemlicher Themensprung vom Tod unserer Freundin, die für uns (wie) eine Mutter war, und zwar eine GUTE Mutter! Nicht wie das, was unsere “biologische Mutter” war/ist, auf die hätte ich gerne verzichtet!

Mit dem Tod werden wir noch lange zu kämpfen haben, aber Ablenkung muss auch sein und passiert auch einfach, weniger positiv. Darum hier ein ganz anderes Thema.

Wir haben eine Sendung gesehen und mal wieder festgestellt, dass es gerade nur ganz wenige Dinge im Alltag gibt, die keine negativen Erinnerungen auslösen. Zusammenfassen kann man das Thema der Sendung mit: “Pro und Contra: Schulnoten”.

Mein Senf dazu:
Ich finde, dass es wichtig ist, Leistung objektiv bewerten zu können. Ob Noten von 1 bis 6 für alle Schüler die optimale Lösung sein können, weiß ich nicht, auch nicht, wenn die Bewertung damit tatsächlich objektiv wäre.

Das “wäre” ist das Problem, denn viele LehrerInnen sind von “objektiv” weit entfernt, und nicht alle wirklich unbewusst, weil sie eben auch Menschen sind, sondern viele auch absichtlich. Um ihr Ego auf diese falsche Art zu stärken, weil sie Macht über andere für sich brauchen, weil sie entweder nicht gern schlechte Noten vergeben, oder meinen, schlechte Noten wären die effektivere Motivation für die Schüler, oder aus anderen Gründen.

Ich kann mich an LehrerInnen erinnern, die auf mich deutlich den Eindruck machten, Jungs bessere Noten zu geben, weil sie selbst Söhne hatten, oder eben Mädchen bessere Noten zu geben, weil sie selbst Töchter hatten. Dann gab es LehrerInnen, die Schüler mit schlechten Noten bestraft haben, wenn sie mal widersprochen haben, die Meinung der LehrerInnen nicht teilten. Dann die, die nach Sympathie bewerteten, was so weit ging, dass LehrerIn A eine/n SchülerIn schlechter bewertete, weil FreundIn LehrerIn B diese/r SchülerIn nicht sympathisch war. Bis zu einem bestimmten, unbewussten Punkt ist das mit der Sympathie menschlich und normal, es kann aber Ausmaße annehmen, die nur noch unfair und bösartig sind. Dass es Wege gibt, sowas komplett auszuschließen, glaube ich nicht. Es braucht keine Noten von 1 bis 6 um unfair und ungerecht zu bewerten. Auch schriftliche Bewertungen können mehr oder weniger gefärbt von der Einstellung der LehrerInnen sein.

Mir gehen seit der Sendung Erlebnisse durch den Kopf. Solche wie die bei und nach meiner ersten 6 in der Grundschule. Ich hab geheult, weil ich diese Note nicht verstand. Mir wurde gesagt, ich könnte ja um XY Uhr in Raum XY kommen, da könnte man noch mal über die Note reden. Fand ich gut, die Chance wollte ich nutzen, also bin ich hingegangen. Über die Note geredet wurde dort nicht, dafür hätte sich keiner in dem Raum ausziehen (lassen) müssen. Verbessert wurde die Note trotzdem, auf ne 4, gut fand ich das nicht, unter den Umständen hätte ich lieber die 6 behalten. Ich hab danach solche “Gespräche” abgelehnt, aber schützen konnte ich mich damit nicht vor solchen “Gesprächen”.
Ich weiß, dass auch andere SchülerInnen zu solchen Terminen gezwungen wurden, nur will keine/r von denen darüber mehr sagen, als dass es so war. Ich kann das verstehen, finde es aber gleichzeitig nicht gut, denn zusammen könnte man diese Täter vielleicht dauerhaft von weiteren Taten an SchülerInnen abhalten. Ich war nicht mal 10 Jahre alt als das das erste Mal passiert ist, allein kann sich ein Kind nicht davor schützen, das hab ich ja selbst gemerkt. Ich würde aber jetzt gern Kinder davor schützen… :-(

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Freitag, 14. Juli 2017
+ 07.07.2017
Immer wenn wir von dir erzählen, fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen. Unser Herz hält dich umfangen, so als wärst du nie gegangen. Was bleibt, sind Liebe und Erinnerung. Du fehlst so sehr!

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Mittwoch, 5. Juli 2017
veränderte Wahrnehmung
Jemand von uns schrieb in einem früheren Beitrag schon von “psychotischen Symptomen”, glaub ich, und davon, dass uns durch frühere Erfahrungen damit bewusst ist, dass solche Symptome ein deutliches Warnsignal sind. Wir haben gehofft, dass die Symptome wieder weniger, oder zumindest nicht mehr und/oder vielfältiger werden, aber genau das ist passiert. Eigentlich kein Wunder, denn keins der Probleme/Themen ist kleiner oder erträglicher geworden, wir haben eben keinen Einfluss darauf. Das war und ist uns die ganze Zeit klar, wir haben uns eben von Tag zu Tag gehangelt und gehofft, so zusätzliche Medis irgendwie vermeiden zu können. Für uns war auch schwierig, z.B. Kleo zu sagen, dass wir Medis brauchen, ihr überhaupt von den Symptomen zu erzählen fiel uns schwer, denn für sie ist gerade auch alles sehr schwer und sie macht sich so schon Sorgen, dass wir weiter abrutschen, wir wollten sie damit nicht belasten und dachten, wir bekommen das schon irgendwie alleine hin.
Als wir anfingen zu kapieren, dass daraus nichts wird, haben wir erstmal einer Beraterin geschrieben, einfach um mal unsere Gedanken und Ängste jemandem mitteilen zu können. Das war auch gut so! Nach ihrer Antwort fiel es uns leichter, mit unserem Therapeuten darüber zu reden und seine Reaktion und Meinung deckte sich mit der der Beraterin, was uns klar machte: So gehts nicht weiter, wir müssen unserer Psychiaterin sagen was ist, sie kann einschätzen, ob Medis helfen könnten oder nicht. Der Weg zu einem Rezept war länger als gedacht, und für uns anstrengend und schwer. Ohne Kleo hätten wir jetzt kein Medi hier. Telefonieren ist nie leicht für uns, schon gar nicht, wenn wir Ärzte anrufen und persönlich sprechen wollen. Der Gedanke, einem anderen Patienten Zeit wegzunehmen, die Psychiaterin von dem Patienten abzulenken, der gerade neben ihr sitzt, ist schon ein Problem. Da gibt es aber noch die Dame in der Anmeldung, an der man erst vorbei muss, um die Psychiaterin ans Telefon zu bekommen. Wir haben trotzdem angerufen, mehrmals ging niemand ran. Das macht es auch nicht unbedingt leichter. Dann war die besagte Dame doch dran… und an ihr sind wir nicht vorbei gekommen. Ihre Art hat bei uns so viel losgetreten, dass wir dort nicht mehr anrufen konnten.
Wenn es uns gut geht, können wir mit sowas umgehen und der Person am anderen Ende durchaus genauso dumm kommen wie sie uns. Nur brauch ich kein Gespräch mit der Psychiaterin zwischen den festen Terminen, wenn es mir gut geht! Man sollte meinen, dass das auch der Dame in der Anmeldung klar ist und sie entsprechend reagiert; war aber nicht so! Das Telefonat lief ungefähr so:

Wir: “Kann ich bitte kurz Frau *** sprechen?”
Sie: “Also nee Frau ***! In der laufenden Sprechstunde geht das doch nicht! Die Frau *** hat Patienten!”
Wir: “Wann passt es denn besser?”
Sie: “Naja das weiß ich nicht! Rufen Sie einfach noch mal an!”

Sie fragte noch, ob sie etwas ausrichten kann. Nur geht sie das, was wir ihr hätten erzählen müssen, damit die Psychiaterin überhaupt verstehen kann, was ist, schlicht nichts an! Mal abgesehen davon, dass sie es wahrscheinlich gar nicht verstanden, oder die Dringlichkeit richtig eingeschätzt hätte. Wie ich das was sie sagte verstehen soll, weiß ich nicht so ganz:
Sprechstunde = telefonisch erreichbar, aber ein Gespräch ist nicht möglich, weil SPRECHzeit ist und Patienten da sind. Ähm, also, eine Sprechzeit hätte keinen Sinn, wenn keine Patienten da wären, oder? Und wenn ich nicht in der Sprechzeit mit der Ärztin sprechen kann, weil “geht nicht”, bleibt ja nur die Zeit danach oder davor. Allerdings bedeutet in der Praxis: keine Sprechzeit = nicht telefonisch erreichbar = Gespräch unmöglich!
Aus “Rufen Sie einfach noch mal an!” wurde dann für Kleo eine Fahrt in die Praxis, weil trotz Sprechzeit und einigen Versuchen niemand mehr ans Telefon ging.
Die Psychiaterin sagt immer wenn wir dort sind, wir sollen anrufen, wenn wir etwas brauchen. Das machen wir fast nie. Und wenn wir doch mal anrufen weil wir Hilfe brauchen, redet die Dame am Telefon auf eine Art mit uns, die uns umhaut und sprachlos macht. Wirklich sprach-los! Ich glaube nicht, dass die Psychiaterin das so haben will, die Dame an der Anmeldung scheint das aber so zu sehen.

Wat solls! Ist nun vorbei, ein (hoffentlich) schnell wirkendes Medi hier, und dieser ganze Spuk bald vorbei!
~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~-~
Das Gehirn hat echt schräge Sachen drauf!
Wir haben über Kopfhörer Musik gehört, und die kam uns dann plötzlich deutlich zu langsam vor. Unser Handy hat die Funktion, die Wiedergabegeschwindigkeit zu ändern, also haben wir nachgesehen, ob da etwas verstellt wurde, war aber nicht so. Das war schon etwas beängstigend. Wir dachten, dass irgendwas anderes technisches vielleicht nicht richtig funktioniert, und haben die Titellänge von 4:11 Minuten mit dem Funkwecker und der Armbanduhr verglichen, nur überall waren die 4:11 Minuten gleich lang, was dann echt nichts mehr für uns Psychos war. Also schnell Kopfhörer weg, Musik aus, und nicht darüber nachdenken! Das ganze ist in den letzten Tagen immer wieder passiert, reicht jetzt!

Ich hab ähnliches schon nach dem Konsum von Halluzinogenen erlebt, aber nicht so, nicht nur auf einen Sinn begrenzt, sondern viel umfassender. Außerdem ging mir die veränderte Wahrnehmung durch Halluzinos eher am Arsch vorbei, als das mir das Angst gemacht hat oder ich auf die Idee gekommen wäre, das was ich gerade erlebe überprüfen zu wollen. Aber der Auslöser war ja diesmal auch keine Droge und das macht es vielleicht so beängstigend.

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Dienstag, 27. Juni 2017
"Vielen Dank für die freundliche Hilfe, Mister ?"
Gestern gabs wieder mal ne Situation, die mir bis jetzt nicht aus dem Kopf gehen will. Ich verstehe das Verhalten der beteiligten Person nicht, ich kanns nicht nachvollziehen.
Wir waren allein einkaufen, mit E-Rolli. Ich wollte was aus nem Kühlregal, das in diesem Supermarkt bekloppter weise keine Schiebetüren, sondern normale Klapptüren hat. (Ich meine keine Truhen, in die man von oben reingreifen muss, die sind total scheiße für uns, da kommen wir an fast nichts allein ran, außer es liegt am Rand und der Stapel ist hoch genug. Sonst: Unmöglich erreichbar!) Im Aktivrolli sind diese Türen kein großes Problem, mit nem E-Rolli aber eben doch. Ich hab das gestern zwar nicht zum ersten Mal gemacht, hab also schon etwas Übung, einfach und unkompliziert ist es trotzdem nicht. Ich stell mich also erst so hin, dass ich die Tür erreiche und trotzdem genug Abstand ist, um die Tür am Rolli vorbei ganz aufzumachen. Dann hieß es seitlich so nah wie möglich am Kühlregal zu parken, ohne dabei die Tür hinter mir abzufahren, oder so nah ans Kühlregal ran zu fahren, dass sich die Räder beim Ausparken “festfahren”, weil sie keinen Platz zum seitlich Eindrehen haben. Habe ich dann ganz gut hinbekommen, mir geangelt was ich wollte, wieder ausgeparkt und die Tür geschlossen. Soweit passt das alles. Nur stand die ganze Zeit ein Typ am Nachbarregal und beobachtete meine Aktion, als sieht er sich nen Kinofilm an. Das fand ich dann doch sehr unpassend! Es ist eine Sache, wenn die Leute an uns vorbei gehen. Viele registrieren wahrscheinlich gar nicht, was ich vor habe, und dass das nicht so einfach ist mit E-Rolli. Sich dann aber daneben zu stellen um zu beobachten wie ich denn nun klarkomme, ist schon ziemlich… nennen wir es “frech”! Keine Ahnung wie das für andere Menschen ist, aber ich wäre mir echt blöd vorgekommen, wenn ich er gewesen wäre, ich wäre nicht mal auf die Idee gekommen, die Situation zu beobachten, ohne wenigstens Hilfe anzubieten.
Wäre der Typ nicht durch seine “Körperform” so ein Trigger gewesen, hätte ich das nicht so stehen lassen, mich sicher für “seine Hilfe bedankt”, ich musste/wollte da aber einfach nur schnell weg, bevor uns ein Flashback überrollt.
Ich versteh solche Leute nicht. Tut es denen weh, zu fragen, ob jemand Hilfe möchte? Klar, manche Rollifahrer oder auch Blinde reagieren nicht gerade freundlich, ist uns und Kleo auch schon mehrmals passiert. Nur kann Rollifahrer A nichts dafür, dass Rollifahrer B Hilfsangebote nicht zu schätzen weiß! Die meisten Menschen mit Behinderung sind schon froh darüber, wenn jemand bereit ist zu helfen und sagen auch freundlich, wenn sie gerade keine Hilfe brauchen!
Was gar nicht geht sind Mitmenschen, die z.B. ohne zu fragen einfach die Rolligriffe nehmen, und uns dorthin schieben wollen, wo SIE MEINEN, wir würden da gerade hin wollen. Das ist total unverschämt und wer dafür eine unfreundliche Reaktion erntet, ist selbst Schuld und bekommt zu Recht Anschiss! Genau wie Mitmenschen, die Blinde wortlos am Arm packen und über eine Straße ziehen, weil sie meinen, der Blinde wollte zu dieser Haltestelle oder so. Viele gehen dann einfach weiter, und der Blinde steht ggf. dann dort und weiß nicht, wie er nun wieder zurück auf die andere Straßenseite kommt, auf der er eigentlich bleiben wollte! Das Hirn einschalten und den Mund zum Fragen aufmachen, BEVOR man “hilft”, sollte schon jedem möglich sein! Alles andere ist total übergriffiges Verhalten. Vielleicht mal überlegen, wie es einem selbst gehen würde, wenn jemand von hinten kommt, und einen wortlos irgendwo hinzieht. Das ist schon für jemanden, der laufen und sehen kann total irritierend. Jemand der z.B. nicht sehen kann, dadurch ggf. gar nicht in der Lage ist, sich “am Zielort” zu orientieren und zurück auf seinen eigentlichen Weg zu finden, ist nicht nur irritiert, sondern ggf. dann noch total hilflos und muss erst jemanden finden, der ihm hilft, aus dieser Lage wieder rauszukommen!
Wirklich unschön und auch unnötig, wenn Mitmenschen nachdenken würden, bevor sie “helfen”.

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